



Der Abend plätscherte, wie es bei derlei Preisverleihungen üblich ist, recht gemütlich dahin. Auf die Anmoderation folgten die Nominierten, der Gewinner wurde bekannt gegeben und die Laudatio hielt ein mehr oder minder passender Laudator. Dann durften sich alle Preisträger kurz bedanken und sich samt Preis wieder ins Publikum setzen oder direkt auf den Weg Richtung Backstage-Bereich machen, um sich dort auf die AfterShow-Party vorzubereiten. Damit an dieser Stelle kein falscher Eindruck entsteht: Man kann definitv nicht von einer langweiligen Verleihungszeremonie sprechen: Sowohl die Nominierten als auch die Showacts waren durchaus von hohem internationalem Niveau, der ECHO ist mittlerweile durchaus zu einer Instanz geworden.
Neben einigen Pannen seitens der Moderation (Opdenhövel versuchte beispielsweise ein spontanes Interview mit Sade, die aber keinen Übersetzer im Ohr hatte und daher kein Wort verstand) und brisanten Aufeinandertreffen (Oliver Pocher überreichte Sido, der von Pochers Freundin Sandy Meyer-Wölden wegen Beleidigung angezeigt wurde, den Echo der Kategorie „Bestes Video“) klappte jedoch alles recht gut.
Die Abräumer des Abends war mit 2 Preisen in den Kategorien „Gruppe National Rock/Pop“ und „Liveact National“ die deutsche Band Silbermond. Sängerin Stefanie Kloß gewann darüber hinaus direkt noch den inoffiziellen Preis für die längste Dankesrede des Abends. Des Weiteren räumten unter anderem Xavier Naidoo (Künstler National Rock/Pop), Cassandra Steen (Künstlerin National Rock/Pop), Robbie Williams (Künstler International Rock/Pop), Lady Gaga (Künstlerin International Rock/Pop), Depeche Mode (Gruppe International Rock/Pop) und Peter Fox (Album des Jahres) jeweils einen ECHO ab. Daneben erhielt Peter Maffay den ECHO für sein Lebenswerk und Michael Jackson wurde der ECHO „Hall of Fame“ posthum verliehen.
Alles in Allem kann man durchaus von einem gelungenen Fernsehabend sprechen, auch wenn keine großen Überraschungen oder Skandale zu verzeichnen waren. Eine Steigerung wäre sicherlich möglich, indem man die Moderatoren nochmals überdenkt. Zwar kann an dieser Stelle kein Comeback des Oliver Pocher gefordert werden, da dieser mit seinen oftmals etwas zweifelhaften Kommentaren die Stimmung an einem solchen Abend leicht kippen lassen kann; jedoch wäre es eventuell eine Überlegung wert, zumindest Moderatoren einzusetzen, die der englischen Sprache mächtig sind (Opdenhövel zu Robbie Williams bezüglich seines Beziehungsstatus’: „you are from the market“) und spontan auch in der Lage sind, Kurzinterviews in einer anderen als ihrer Muttersprache zu führen.
(Lena Briccio)