Bereits 2007 lancierte das Sub das Projekt „Leckerbissen“, um hier eine Brücke zu schlagen und weniger Integrierte stärker einzubinden. Doch leider hat die damalige Initiative einfach zu wenige Migranten erreicht, obwohl das Sub Flyer in Flüchtlingsunterkünften, Ausländerberatungsstellen, Vereinen, Migranten-Treffpunkten und der Gastronomie verteilt hatte Sollte die Kochgruppe ursprünglich multikulturell besetzt werden, fanden sich primär deutsche Teilnehmer ein. War das Kochen eventuell eine zu deutsche Art der Herangehensweise? Oder war vielleicht die Angst vor der Enttarnung und die häufig damit verbundenen Stigmatisierung ursächlich? Um diese und viele weitere Fragen zu klären setzt das Sub nun auf Unterstützung aus den Reihen der Angesprochenen: Ein Fragebogen soll aufdecken, was schwule Migranten von einem Schwulenzentrum wie dem Sub eigentlich erwarten. Um diese Frage zu klären wollen sich die Organisatoren erstmal auf’s Zuhören konzentrieren, um zu verstehen und zu lernen, welche Bedürfnisse und Wünsche von den Migranten geäußert werden.
Um diese interaktive Idee voran zu bringen, bedarf es allerdings natürlich besonders eines: den Antworten auf all die Fragen der Sub-Veranstalter. Auf subonline.org kann jeder an der anonymen Umfrage teilnehmen und somit dazu beitragen, dass bisher unbekannte Notwendigkeiten erkannt und das Angebot angepasst werden kann. Sprachliche Barrieren versucht man zu beheben, indem der Fragebogen in zehn Sprachen verfügbar ist und somit ein ausgesprochen breites Feld erreichen sollte. Nun liegt es nur noch an der Zielgruppe selbst, sich zu beteiligen und dem Projekt zu seinem Erfolg zu verhelfen. Abgefragt werden unterschiedliche Bereiche, beispielsweise welche Angebote sich die Teilnehmer für das Sub wünschen wie Partys, Filmabende, Deutsch- oder andere Sprachkurse (wie zum Beispiel „Türkisch für Schwule“), spezielle Gruppen fürs Coming-out oder binationale Paare. Der Fragebogen ist in Zusammenarbeit mit schwulen Männern nicht-deutscher Herkunft aus dem Kreise der ehrenamtlich tätigen Sub- Mitarbeiter entstanden.
Die Umfrage ist Teil der interkulturellen Fortbildung durch das IQE-Projekt (Interkulturelle Qualitätsentwicklung in Münchner Sozialregionen) der Landeshauptstadt München. Die IQE ist ein auf drei Jahre befristetes Angebot (noch bis Dezember 2010), welches Fach- und Führungskräfte von derzeit fast 50 Sozialeinrichtungen interkulturell berät und qualifiziert. Organisationen, die alle Stufen erfolgreich durchlaufen, werden am Ende zertifiziert.

